Die Jahre 2007 und 2008 waren für Investoren in Rohstoffunternehmen wahrlich kein Zuckerschlecken. Der überwiegende Teil der Unternehmen aus diesem Sektor verloren einen Großteil ihrer Marktkapitalisierung. Hierbei traf es nicht nur Explorationsgesellschaften und kleine Produzenten sondern auch die vermeintlich großen Rohstoffproduzenten.
Welches sind die Gründe für diesen starken Kursverfall? Allen voran ist hier die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise anzuführen, die zunehmend immer mehr Branchen und Regionen erfasst. In einer globalen Wirtschaft mit einem globalen Angebot und einer globalen Nachfrage können sich einzelne Staaten kaum noch schützen. Das gleiche gilt für Unternehmen, die global tätig sind. Gerade der Rohstoffmarkt ist hier ein sehr gutes Beispiel. Die Preise für Edelmetalle, Basismetalle und Energie werden auf internationalen Märkten ermittelt. Die Folge ist, dass alle Unternehmen, die in dieser Branche aktiv sind, direkt von diesen Preisen abhängig sind. Fallen die Preise so dramatisch wie in 2008 (vor allem Basismetalle und Öl), so fallen die Margen der Unternehmen oder im schlimmsten Fall werden Verluste eingefahren. Viele bislang profitable Unternehmen können auf dem aktuellen Preisniveau keine Gewinne mehr erwirtschaften und bei einer Vielzahl von Explorationsprojekten ist keine Profitabilität mehr erzielbar. Die Folge ist, dass mehr und mehr Minen und im Aufbau befindliche Minen geschlossen werden.
Durch die Finanzkrise kommt nun ein noch weiterer und viel schwerwiegender Effekt hinzu. Immer mehr Rohstoffunternehmen haben Schwierigkeiten in der Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung für neue oder bestehende Projekte, da diese meist sehr kapitalintensiv sind. So werden mittlerweile auch aussichtsreiche Projekte aus Kostengründen langsamer entwickelt oder nicht weiter vorangetrieben und ruhen bis auf Weiteres. Gerade Unternehmen, die nicht über ausreichende Cash-Reserven oder einen kapitalstarken Großaktionär verfügen, müssen immer häufiger ihr Geschäft aufgeben und den Gang zum Insolvenzverwalter antreten.
In solch einer Situation profitiern diejenigen Unternehmen, die über hohe Cash-Reserven verfügen. Diese Unternehmen sollten am ehesten in der Lage sein, weiter (und auch ohne neue Finanzierung) operativ tätig zu sein, sprich sie können ihre Projekte weiter entwickeln, falls nötig auch mit gedrosseltem Tempo. Dies Unternehmen haben aber auch die Möglichkeit zu günstigen Konditionen aussichtsreiche Projekte von schwachen Unternehmen zu erwerben. Langfristig dürfte sich dies auszahlen.
Durch den starken Preisverfall bei den Basismetallen und durch die Finanzkrise dürfte das Angebot an neu geförderten Rohstoffen in den kommenden Jahren stagnierend bzw. rückläufig sein. Es mangelt an neuen Projekten und um die stillgelegten Projekte wieder in Produktion zu bringen bedarf es großer Geldmittel und vor allem Zeit. Der Faktor Zeit dürfte hier für die Entwicklung bei den Rohstoffpreisen sprechen. Dem stagnierenden Angebot dürfte auf mittlere bis lange Sicht eine steigende Nachfrage gegenüberstehen. Triebfedern der steigenden Nachfrage dürfte der nach wie vor weltweit wachsende Bedarf an Rohstoffen sein. Mit dem Ende der aktuellen Krise wird ein neuer Aufschwung beginnen und dieser wird vor allem die Nachfrage nach Basismetallen steigen lassen. Auch die geplanten Infrastrukturprogramme in den USA und anderen Industriestaaten werden die Nachfrage schon auf kurze bis mittlere Sicht stabilisieren. Dies dürfte der Mix für eine deutliche Erholung der Preise für Basismetalle und auch Energie sein.

